Kompass Lean – Orientierung für den Maschinen- und Anlagenbau

Shutterstock

Die Veranstaltung vom 21. Januar 2021 hat das Thema „schlanke Produktion“ aufgegriffen und sich dabei an der VDMA-Studie „Kompass Lean Management“ orientiert.

Im Rahmen der Veranstaltung vom 21. Januar 2021 wurde die neue VDMA-Publikation „Kompass Lean Management – Orientierung für den Maschinen und Anlagenbau“ von Felix Prumbohm, Referent beim VDMA Business Advisory, vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert.

Um ein besseres Bild des Teilnehmerkreises zu erhalten und zum gegenseitigen Kennenlernen wurde vorab eine kleine Umfrage gestartet. Diese ergab, dass die Veranstaltungsteilnehmer überwiegend aus klein und mittelständischen Unternehmen, stammten. Die Teilnehmer kamen dabei vorwiegend aus den Unternehmensbereichen Produktion und Einkauf sowie von der Geschäftsführung.

Der überwiegende Anteil der Teilnehmer schätzte sich in Bezug auf Lean Management selbst als „fortgeschritten“ beziehungsweise „erfahren“ ein. Bei der Frage, wie weit das eigene Unternehmen im Bereich Lean Management aufgestellt ist, ergab sich ein heterogenes Bild – das heißt, ein Teil steht noch am Anfang oder konnte erste Maßnahmen bereits erfolgreich umsetzen, während der andere Teil bereits hervorragend aufgestellt ist. Dennoch sieht der überwiegende Anteil der Zuhörer ein großes Potenzial für Verbesserungen durch Lean Management in der eigenen Firma.  Die Vorabumfrage, hat auch ergeben, dass sich viele Teilnehmer für Fragen rund um die Themen Mitarbeitergewinnung und Umsetzung des Lean Management interessieren.

Lean Management wird bereits seit einigen Jahrzehnten als eines der führenden Konzepte in Unternehmen verwendet, um die Unternehmenskultur und die internen Abläufe zu verbessern. Darüber hinaus sollen auch die Mitarbeiter in die Lage zu versetzt werden, aktiv an Lean-Konzepten mitzuarbeiten. Viele Firmen haben den Anteil an wertschöpfenden Tätigkeiten bereits kontinuierlich erhöht. Wichtig ist dabei, dass dieser kontinuierliche Verbesserungsprozess nicht aufhört, wenn man bereits einen guten Stand bezogen auf die Lean-Philosophie, erreicht hat. Entscheidend ist vor allem, die ganzheitliche und langfristige Sichtweise von Lean Management, die die Bedürfnisse des Kunden in den Mittelpunkt stellt und wesentlich auf der transparenten und offenen Zusammenarbeit aller Menschen im Unternehmen aufbaut.

Bei der Frage, wo man eigentlich anfängt, lautet die Antwort „von oben“. Das heißt, der Anstoß sollte von der Geschäftsleitung kommen. Eine Voraussetzung für das Gelingen ist es, das Commitment und das Lean Management als solches nicht als ein kleines Projekt einzustufen. Es ist als eine immerwährende Unternehmensphilosophie zu verstehen, die die Mitarbeiter einbindet. Die Geschäftsführung hat eine Vorbildfunktion und muss glaubhaft sein, sonst schläft der Prozess allmählich ein. Natürlich müssen auf allen Ebenen des Unternehmens Antreiber vorhanden sein, die sich mit Herzblut für die Verbesserung einsetzen. Ein Teilnehmer berichtete davon, dass in seinem Unternehmen Lean Management eingeschlafen sei, nachdem ein wichtiger Treiber das Unternehmen verlassen hatte. Man muss sich also als Führungskraft die Frage stellen, wie man seine Mitarbeiter dafür gewinnt und die Akzeptanz des Vorhabens erhöhen kann. Ungünstig ist es zum Beispiel, den Begriff „Verschwendung“ zu verwenden, da offensichtlich keiner begeistert ist, wenn seine Arbeitstätigkeit damit in Verbindung gebracht wird.

Bei der Umsetzung sollte man sich nicht zu viel auf einmal vornehmen, sondern vielmehr klein anfangen. Die eigentliche Arbeit – auch wenn die Führung die Vision vorgibt – wird durch die Mitarbeiter an der Basis, also von den „Prozessexperten“ geleistet. Man kann zum Beispiel im Produktionsbereich beginnen, was häufig auch der Ausgangspunkt ist, da Verbesserungen hier greifbar und sichtbar sind. Für den langfristigen Erfolg ist es unerlässlich, dass Lean Management als etwas Ganzheitliches verstanden wird, bei dem auch über die Produktion hinaus administrative Bereiche mit eingebunden werden.

Weitere Informationen

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.