Plattformökonomie – Einkaufsplattformen

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Die häufigste Herausforderung bei digitalen Einkaufsplattformen ist die Pflege der Daten sowie das Übertragen von relevanten Informationen – vorwiegend aus den ERP-Systemen – auf die Plattformen.

Am 25. Januar 2021 fand die Online-Veranstaltung „Web-Erfahrungsaustausch Plattformökonomie – Einkaufsplattformen“ statt.

Digitale Plattformen gewinnen immer mehr an Bedeutung, so auch im Maschinen- und Anlagenbau. Sie stellen eine neue Möglichkeit der Abwicklung von Geschäftsvorgängen dar, um zum Beispiel Einkäufer und Lieferanten zusammenzubringen. Digitale Plattformen übernehmen dabei die Funktion von Intermediären, die mithilfe von digitaler Technologie zwei oder mehr Marktteilnehmer über eine Plattform verknüpfen und deren Interaktion vereinfachen. Typische Vertreter im Bereich Produkt und Serviceplattformen, die als Marktplätze fungieren, sind zum Beispiel adamos, axxom oder auch 360° farmnet.

Für den Maschinen- und Anlagenbauer stellen Plattformen einen zusätzlichen Vertriebskanal dar, der jederzeit und weltweit erreichbar ist.

Das Thema des Erfahrungsaustausches ist insbesondere, aufgrund typischerweise geringerer Ressourcen, auch für KMUs sowie mittelständische Unternehmen von Bedeutung. Da ist es nicht verwunderlich, dass laut einer Umfrage, die im Vorfeld der Veranstaltung durchgeführt wurde, auch ein großer Teil der Zuhörerschaft aus diesem Unternehmen kamen. Vertreten waren sowohl, nach eigener Einschätzung, „Anfänger“ als auch „Fortgeschrittene“ im Themenfeld Einkaufsplattformen. Die meisten Befragten gaben dabei an, dass es noch ein großes Potenzial in der eigenen Firma im Bereich der digitalen Plattformen gäbe, das gehoben werden könne. Trotz der offensichtlichen Potenziale nutzen erst etwas mehr als die Hälfte der interessierten Teilnehmer Einkaufs- beziehungsweise Lieferantenplattformen.

Ein bedeutender Hemmschuh bei der tatsächlichen Nutzung der Plattformen ist die Pflege der Daten der angebotenen Produkte – insbesondere, wenn die eigenen Erzeugnisse auf verschiedenen Plattformen angeboten werden. Zudem, so zeigte das Praxisbeispiel, gibt es weitere Hürden bei aktuell vorhandenen Plattformlösungen. So müssen Lieferanten und Kunden häufig immer noch bilateral eine Lösung finden, um einen hundertprozentigen Datenaustausch zu gewährleisten.

Im Idealfall gibt es für jeden Plattformnutzer nur eine Schnittstelle und nicht beispielsweise über 200 Kundenbeziehungen mit verschieden konfigurierten Schnittstellen, bei denen die Technologie und der Prozess erst noch geklärt werden müssen.

Das Ziel sollte also sein, einen höheren Automatisierungsgrad bei der Abwicklung des Geschäftsprozesses – unabhängig vom Geschäftspartner – zu erreichen. Diesem Thema widmete sich das vorgestellte Praxisbeispiel der Firmen SEW-EURODRIVE und H&F Solutions. Die aktuelle proof of concept-Lösung des „H&F Transformers“ basiert dabei auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Maschine-Learning und verschiedenen Anwendungsmodellen. Der Transformer erkennt dabei Muster von beispielsweise ähnlichen Einkaufsbelegen und lernt diese KI-basiert, so dass er bei der nächsten Transaktion schneller werden kann. Die dargestellte Lösung soll langfristig eine Reduktion der Bearbeitungszeit von 95 Prozent erreichen und ist auch für KMUs interessant, die deutlich weniger Belege pro Kunde haben. Diese erfolgreiche Kooperation zwischen Softwareentwickler und Maschinenbauer war im Rahmen des VDMA Arbeitskreises „Lieferantenplattformen“ entstanden.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.