Chinas Industriepolitik und die deutsche Wirtschaft

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Vor dem Hintergrund der chinesischen Industriepolitik, lohnt sich ein Blick auf die Entwicklungen der dortigen Märkte und auf die Veränderungen, die damit für die hiesigen Unternehmen einhergehen.

China hat als Exportmarkt eine enorme Bedeutung für den Maschinen- und Anlagenbau, die Volksrepublik liefert sich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den USA um den Spitzenplatz in der Export-Rangliste. Mit 3,4 Milliarden Euro Umsatz lag China in Nordrhein-Westfalen 2019 an erster Stelle der Exportmärkte. Der Erfahrungsaustausch zur China-Studie „Was Chinas Industriepolitik für die deutsche Wirtschaft bedeutet“ fand am 2. Februar 2021 statt. Ziel der Veranstaltung war es, einen ersten Einblick und Kernergebnisse der Studie „Was Chinas Industriepolitik für die deutsche Wirtschaft bedeutet – Szenarien für „Made in China 2025“ darzustellen und einen Überblick zur aktuellen Lage in China darzulegen.

Im Jahr 2015 hat China die industriepolitischen Initiative „Made in China 2025“ gestartet, mit dem Ziel eine führende Technologienation zu werden. Zu den ausgewählten Hightechindustrien gehören auch Branchen, in denen deutsche Firmen traditionell stark und die für die Exportnation Deutschland von großer Bedeutung sind – so wie beispielsweise der Maschinen- und Anlagenbau.

Die neue Studie „Was Chinas Industriepolitik für die deutsche Wirtschaft bedeutet – Szenarien für „Made in China 2025“ am Beispiel des deutschen Maschinenbaus“, die von der Bertelsmann-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem VDMA und mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI erarbeitet wurde, wurde im Rahmen der Veranstaltung von Bernhard Bartsch, Senior Expert bei der Bertelsmann Stiftung, vorgestellt. In fünf Szenarien werden die Entwicklung des deutschen Maschinen- und Anlagenbau bis zum Jahr 2030 analysiert. Die zentralen Einflussfaktoren, die in den Szenarien variiert wurden, sind dabei das Wachstum des chinesischen Maschinenbaumarktes und das Maß, in dem der chinesische Maschinenbau technologisch aufholt, dem sogenannten „Technology Catch-up“.

Das Kernergebnis lautet: Wenn das Wachstum des chinesischen Maschinenmarkts wie in den vergangenen Jahren anhält, wird der Maschinen- und Anlagenbau auch im Jahr 2030 noch ein hohes Exportvolumen in die Volksrepublik erzielen. Allerdings deuten auch die für uns positiven Szenarien auf eine Stagnation der Maschinenexporte nach China ab Mitte des Jahrzehnts hin. Sollte China es schaffen, bis 2025 das angestrebte hohe Technologieniveau zu erreichen, könnten die Maschinenbauexporte aus Deutschland ab Mitte des Jahrzehnts wieder auf das Exportniveau des Jahres 2019 sinken. Die Studie kann kostenlos unter Was Chinas Industriepolitik für die deutsche Wirtschaft bedeutet heruntergeladen werden.

Zu aktuellen Lage in China berichtete Claudia Barkowsky, Chief Representative des VDMA-Verbindungsbüro China. Sie ging dabei die Corona-Infektionszahlen in den verschiedenen Provinzen, die Impfsituation sowie auf aktuelle Visa- und Reisebestimmungen, Flüge und Quarantäneregelungen ein.

Als Fazit der Veranstaltung wurde den Unternehmen des hiesigen Maschinen- und Anlagenbaus nahegelegt, die Entwicklungen auf dem chinesischen Markt zu beobachten, Änderungen wahrzunehmen und sich entsprechend vorzubereiten.

Weitere Informationen
•    Was Chinas Industriepolitik für die deutsche Wirtschaft bedeutet
•    Länderinformationen zu China
•    VDMA China
•    Germany Trade & Invest

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.