Startups und Künstliche Intelligenz im Maschinenbau

shutterstock

Am 25. Februar 2021 fand die Onlinetagung „Startups und Künstliche Intelligenz im Maschinenbau – Potenziale entdecken und Kooperationen anbahnen“ statt.

Laut einer VDMA-Befragung aus dem Jahre 2019 gewinnt die Künstliche Intelligenz (KI) auch im Maschinenbau immer mehr an Bedeutung. Demnach sind zwei Drittel der befragten Maschinen- und Anlagenbauer der Auffassung, dass KI-basierte Produkte oder Dienstleistungen ihr Geschäftsmodell in Zukunft beeinflussen werden. Es ist daher notwendig, die künftige Wettbewerbsposition durch Investitionen im Bereich Künstlicher Intelligenz abzusichern.

Im Rahmen einer vor der Tagung am 25. Februar 2021 durchgeführten Umfrage antwortete die Mehrheit der Teilnehmer, dass sie bereits KI im eigenen Unternehmen einsetzen. 95 Prozent der Maschinenbauer, die ein KI-Projekt durchgeführt haben, haben auf externe Unterstützung gesetzt – ein ähnliches Ergebnis hat auch die VDMA-Befragung von 2019 gezeigt.

Als ein möglicher Kooperationspartner für die Umsetzung von KI-Projekten kommen Startups in Frage. Die Jungunternehmen zeichnen sich durch ihre innovativen Lösungen, agile Ansätze und durch ihre Schnelligkeit zur Umsetzung von KI-Anwendung aus – und können so das Thema KI in die Industrie bringen. Allerdings zeigte die vorab durchgeführte Teilnehmerumfrage auch, dass die Mehrheit der Zuhörer noch nicht mit Startups zusammengearbeitet hat.

Dr. Laura Dorfer, Projektleiterin der VDMA-Startup-Machine und Guido Reimann, Referent VDMA Fachverband Software und Digitalisierung sowie Koordinator des VDMA-Kompetenznetzwerkes Künstliche Intelligenz gaben einen exklusiven Einblick in die Ergebnisse des neuen VDMA-Startup Radars – Künstliche Intelligenz. Demnach gibt es eine Vielzahl an Anwendungsfeldern im Bereich der Künstlichen Intelligenz, die für den Maschinenbau interessant sind.

Im Rahmen des Startup-Radars des VDMA wurden sechs Themencluster identifiziert, hierzu gehören unter anderem „Product Inspection und Quality Control“ und „Supply Chain Intelligence und Demand Forecasting“. Diese beiden Cluster waren Fokusthemen der Onlinetagung. Wie man sich dem Thema als Maschinen- und Anlagenbauer am besten nähert, zeigte Christoph Herr, Geschäftsführer von Herr Consulting GbR, in seinem Keynote-Vortrag. So ist es demnach sinnvoll, Pilotprojekte mit Startups zu initiieren, um erste Schritte in Richtung KI zu gehen und um sich im besten Fall auch KI-Kompetenzen von den Startups anzueignen.

Dr. Christoph Moisel, R&D and Product Innovation Director, Albrecht Bäumer GmbH & Co. KG betonte in seiner Keynote die Relevanz von Künstlicher Intelligenz für den Bereich Qualitätskontrolle. Für den Erfolg ist dabei auch ein fruchtbarer Austausch zwischen den Applikationsingenieuren auf der einen Seite und den Data Scientist auf der anderen Seite notwendig. In der zugehörigen Parallelsession A, Product Inspection and Quality Control, stellten die Startups deevio, Data Spree und Fotonow/Deutschdata ihre jeweilige KI-Lösung vor.

Angelika Bittner, Gruppenleiterin Analytik & Prozesse im Einkauf, SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, zeigte in ihrem Keynote wie KI-Lösungen zu einer Transformation der Wertschöpfungskette beitragen können. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz kann so unter anderem der Aufwand für die Suche nach geeigneten Lieferanten deutlich reduziert werden. Welche Digitalisierungslösungen von Startups im Themenfeld „Supply Chain Intelligence and Demand Forecasting“ angeboten werden, zeigten die Pitches der Jungunternehmen riskmethods, Soley und Westphalia DataLab.

Im Anschluss an die Parallelsessions, die auch eine Abschlussdiskussion beinhalteten, hatten die Maschinen- und Anlagenbauer die Gelegenheit, sich in Eins-zu-Eins-Gesprächen mit den sechs Startups zu potenziellen Anknüpfungspunkten und ersten Projektideen auszutauschen.

Weitere Informationen


Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.