Neuerungen bei Umsatzsteuer

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Mit dem Jahreswechsel 2020/2021 wurden einige steuerliche Änderungen wirksam, so bei der Abschreibung, der Umsatzsteuervoranmeldung und beim Jahressteuergesetz.

Zum Jahreswechsel 2020/2021 wurden einige Änderungen bei der Umsatzsteuer angegangen. Aus diesem Anlass hat ProduktionNRW am 17. Mai 2021 einen kompakten Überblick zu diesen Neuerungen aufbereitet und einen virtuellen Erfahrungsaustausch mit interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen diesmal die Erleichterungen bei der Abschreibung, die Umsatzsteuervoranmeldung 2021 und das Jahressteuergesetz 2020.

Ulrich Meißner, Referent VDMA Steuern, ging bei der Abschreibung auf die Computerhardware und -software zur Dateneingabe und -verarbeitung ein. Grundlage für die neuen Abschreibungsmöglichkeiten bietet ein Schreiben aus dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) vom 21. Februar 2021. Demnach wurden die bisherigen Abschreibungstabellen, die seit 20 Jahren unverändert sind, an den technischen Fortschritt angepasst. Ab dem 31. Dezember 2020 ist die Abschreibung bei der Gewinnermittlung für folgende Wirtschaftsjahre anwendbar. Die neue Regelung soll nicht als Sofortabschreibung im Sinne von § 6 Abs. 2 EStG zu verstehen sein, sondern als einjährige Abschreibung im Sinne von § 6 Abs. 1 EstG. Offene Punkte aus Sicht des VDMA betrafen vor allem die Maßgeblichkeit der steuergesetzlichen Regelung nach § 5 Abs. 2 sowie Abs. 6 EstG und die Nutzungsdauer von Leasing.

Bei den Änderungen zur Umsatzsteuervoranmeldung für 2021 hat die Finanzverwaltung kurz vor Jahresschluss 2020 neue Felder zur Änderung der Bemessungsgrundlage eingefügt. Bei diesen Zeilen 73 und 74 nimmt die Uneinbringlichkeit eine zentrale Rolle ein. Trotz des Protests unterschiedlicher Spitzenverbände für eine Abgrenzung zur Uneinbringlichkeit, wurde die Neuregelung in die Umsatzsteuervoranmeldung 2021 eingefügt. Uneinbringlichkeit liegt nach 17.1 Abs. 11 bis 14 UStAE vor, wenn unter anderem ein Insolvenzverfahrens eröffnet wird, die schuldige Person zahlungsunfähig ist oder der Anspruch auf Entrichtung des Entgelts nicht erfüllt wird.

Im Jahressteuergesetz 2020 wurden zudem unter § 13b Abs. 2 Nr. 12 UstG das neue Reverse-Charge-Verfahren im Inland für bestimmte Telekommunikationsdienstleistungen ergänzt. Telekommunikationsleistungen nach Abschnitt 3a.10 UStAE beziehen sich auf das komplette Leistungsspektrum von Festnetz, Mobilfunk, Satellitenkommunikation bis Internet. Unter bestimmten Bedingungen zeigte bei der Veranstaltung sich, dass diese neue Regelung auch für den Maschinen- und Anlagenbau zu steuerlichen Konsequenzen führen kann.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.