Bis zu 10 Millionen Euro: Fördergelder für Energieeffizienz

Vladyslav Starozhylov | Shutterstock

Welche Fördermittel für Energieeffizienz gibt es und worauf muss ich bei Antragsstellung achten?

Die Bundesregierung hat mit der Änderung des Klimaschutzgesetzes das Ziel der Treibhausgasneutralität von 2050 auf 2045 vorgezogen. Auch die EU-Staaten hatten sich zuvor im April darauf geeinigt, die Treibhausgase der Europäischen Union, um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken. Bis 2050 steuern wir bei moderatem Wirtschaftswachstum weltweit in Richtung einer Nachfrageverdopplung des Energiebedarfs zu. Gleichzeitig soll der Verbrauch fossiler Energieträger massiv sinken, um weniger CO² auszustoßen.

Die politischen Bestrebungen setzen den Maschinen und Anlagenbau unter Druck. Denn es gibt kaum eine Alternative, um die noch viel schlimmeren Folgen des Klimawandels abzufedern. Aber auch die Politik muss Lösungen für die Industrie bereitstellen und die neuen Ziele kosten richtig Geld: Zusätzliche Fördervolumen von acht Milliarden Euro plant die Bundesregierung ein, um die CO²-Äquivalente in Deutschland zu senken.

Fördermaßnahmen und Anträge thematisierte ProduktionNRW am 25. Mai 2021 in einer Veranstaltung des Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerks Südwestfalen-Rheinland.  Unternehmen profitieren von einer staatlich geförderten Energieberatung, die kleine und mittelständische Unternehmen nutzen können. Für Unternehmen aus dem Maschinenbau kommt das Energieaudit DIN EN 16247 in Frage. Das Audit umfasst eine Analyse der Energieverbraucher, Produktionsanlagen und optimiert Prozesse. Energieeinsparmaßnahmen werden durch das Audit abgeleitet – und auch die dazu passenden Förderungen herausgesucht. Interessant für den Maschinen- und Anlagenbau ist die „Bundesförderung Energieeffiziente Anlagentechnik in der Wirtschaft“.

Das Programm ist einfacher und anwenderfreundlicher als vorherige und richtet sich an Unternehmen. Vier Module werden unterschieden:

  • Modul 1: Querschnittstechnologien (Pumpen, Motoren, Ventilatoren, usw.) für schnelle Effizienzgewinne.
  • Modul 2: Erneuerbare Energien zur Prozesswärmebereitstellung.
  • Modul 3: Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Energiemanagementsoftware zur Unterstützung der Digitalisierung.
  • Modul 4: Technologieoffene Förderung von Investitionen, die Strom- oder Wärmeeffizienz steigern.

Eine maximale Förderung umfasst bis zu zehn Millionen Euro pro Antragssteller und Projekt. Das Besondere dabei ist, dass in der Regel die Beratungskosten ebenfalls mit bis zu 80 Prozent gefördert werden können! In Einzelfällen ist sogar möglich, dass verschiedene Förderungen kombiniert werden, solange diese Förderungen den Gesamtwert der Investitionskosten nicht übersteigen.  Das lohnt sich für energieintensive Produktionen insofern, weil die Strompreise in Deutschland bis 2030 um 50 Prozent teurer werden. Natürlich gibt es viele weitere Fördermaßnahmen: Eine der besten Übersichten findet sich auf den Seiten der Energieeffizienznetzwerke, von denen der VDMA selbst acht Netzwerke deutschlandweit betreut.

Weitere Informationen

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.