Maschinen- und Anlagenbau in NRW bleibt auf Kurs

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Der Umsatz des nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbaus wird in diesem Jahr mit 44,0 Milliarden Euro voraussichtlich das Vorkrisenjahr 2019 (44,2 Milliarden) erreichen.

Der Auftragseingang hat in den ersten drei Quartalen 2021 im Vorjahresvergleich um 38 Prozent zugelegt. Das ist etwas mehr als der Anstieg auf Bundesebene (+36 Prozent). Das Umsatzvolumen konnte im gleichen Zeitraum um 7,7 Prozent auf 27,0 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr zulegen. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2021 lautet plus 10 Prozent nominal.

Die Nachfrage befindet sich auf einem hohen Niveau befindet, auch wenn die positiven Zahlen den noch niedrigen Vergleichswerten des Vorjahres zu verdanken sind. Allerdings ist aufgrund von Materialengpässen unklar, wann die Auftragseingänge abgearbeitet werden können und sich im Umsatz widerspiegeln.

Der sich aufbauende Auftragsbestand und die Nachholinvestitionen sorgen dafür, dass die Unternehmen auch im kommenden Jahr mit Produktionszuwächsen rechnen können. Gebremst wird das Wachstum durch die bestehenden Probleme in den Lieferketten, die sich auch noch im kommenden Jahr bemerkbar machen werden. Vor diesem Hintergrund rechnet der VDMA NRW für 2022 mit einem Umsatzanstieg von nominal 5 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro.

Zahl der Arbeitsplätze im NRW-Maschinenbau angestiegen

Ende August 2021 beschäftigte der Maschinen- und Anlagenbau in Nordrhein-Westfalen 189.037 Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten. Die Zahl der durchschnittlich im NRW-Maschinen- und Anlagenbau beschäftigten Mitarbeiter liegt damit in den ersten acht Monaten des Jahres 2021 nur um 3,4 Prozent (6.616 Personen) unter dem Vorjahreszeitraum. Für die kommenden Monate erwartet die Branche wieder mehr Einstellungen.

Nordrhein-westfälischer Maschinenbau weltweit gefragt

Jede fünfte aus Deutschland stammende Maschine wird in Nordrhein-Westfalen produziert. Rund 70 Prozent der hier produzierten Maschinen und Anlagen gehen in den Export. Traditionell stehen die Lieferungen ins europäische Ausland mit mehr als Hälfte der gesamten Maschinenexporte (54,8 Prozent) aus Nordrhein-Westfalen an erster Stelle; dahinter die Regionen Asien mit über 25 Prozent und Amerika mit 15 Prozent.

Der wichtigste Einzelmarkt des nordrhein-westfälischen Maschinenbaus ist China. Ausfuhren in die Volksrepublik haben im ersten Halbjahr 2021 um 7,7 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro zugenommen. Die Exporte in die USA legten im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro zu. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Frankreich mit 873 Millionen Euro (-5,1 Prozent), Polen mit 676 Millionen Euro (+29,2 Prozent) und die Niederlande mit 666 Millionen Euro (+8,4 Prozent).

Wegbereiter für eine klimaneutrale Wirtschaft

Nach wie vor birgt die Coronapandemie auch 2022 noch zahlreiche Herausforderungen für den unternehmerischen Alltag. So zum Beispiel bei den Reisebeschränkungen und den damit einhergehenden Behinderungen bei Akquise, Kundendienst und Service.

Wichtige Themen, die die Branche bewegen, sind Nachhaltigkeit und klimaneutrale Produktion. Klimawandel, Digitalisierung der Produktion, neue Mobilität – der Maschinen- und Anlagenbau kann die technologischen Antworten auf die Herausforderungen der Zeit liefern. Als „Ausrüster der Welt" ist er für die gesamte Brandbreite der Industrie wichtiger Wegbereiter für eine klimaneutrale Wirtschaft. Die Nachfrage nach innovativen Produkten und Technologien nimmt weltweit zu und nordrhein-westfälische Unternehmen spielen eine wichtige Rolle auf diesem Zukunftsfeld.