Check Reiserisikomanagement – Chancen der Pandemie nutzen

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Auslandsreisen gehören für den exportorientierten Maschinenbau zum Tagesgeschäft. Ein zum Unternehmen passendes Reiserisikomanagement ist ist – unabhängig von der Pandemie – ein wichtiger Baustein.

Die Coronapandemie stellt die Prozesse rund um das Reisemanagement in vielen Unternehmen des stark exportorientierten Maschinen- und Anlagenbaus auf den Prüfstand. Die vielen Ungewissheiten, die die Coronakrise für reisende Mitarbeiter mit sich bringt, offenbaren, dass es in manchen Unternehmen grundsätzlich an einem strukturierten Herangehen an die Thematik und einer entsprechenden Dokumentation mangelt.

Auf dem virtuellen Erfahrungsaustausch von ProduktionNRW am 23. November 2021 wurde sehr deutlich, dass auch für kleine und mittelständische Unternehmen ein Reiserisikomanagement grundsätzlich wichtig ist. Zugleich wurde im Diskussionsverlauf betont, dass auch schlanke Prozesse zu mehr Transparenz und Sicherheit beitragen können.

Die Teilnehmenden berichteten von hohen Mehraufwendungen sowohl bei der Planung als auch bei der Durchführung von Reisen. Die Reglementierungen und deren häufige Veränderungen sind eine belastende Herausforderung. In der Pandemie mussten Reisen überwiegend auf dringende Einsätze im Kundendienst beschränkt werden. Insbesondere Reisen ins außereuropäische Ausland waren zeitweise gar nicht möglich. Die grundsätzliche Reisebereitschaft der Mitarbeiter ist durch die Pandemie nach Einschätzung der Teilnehmenden aber nicht negativ beeinflusst worden.

Dr. Christian Hess, Referent VDMA Recht, stellte die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bei Auslandeinsätzen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Durch die Pandemie sind insbesondere Fragen des Gesundheitsschutzes und der -vorsorge verstärkt ins Bewusstsein aller Beteiligten gerückt. Möglichkeiten und Grenzen des Direktions- und des Leistungsverweigerungsrechts rundeten diesen Beitrag ab.

Eduard Kull, Business Development Manager beim Gesundheits- und Sicherheitsdienstleister International SOS GmbH, erläuterte in einem Dialog mit Gabriele Welcker-Clemens, Referentin VDMA Außenwirtschaft, die Ansatzpunkte zur Verbesserung des firmeninternen Reiserisikomanagements. Insbesondere die grundsätzlich export- und reiseintensive Branche des Maschinen- und Anlagenbaus muss sich den globalen Herausforderungen des Reisemanagements und den damit einhergehenden Aufgaben stellen. Viele Prozessschritte werden in den Unternehmen intuitiv bearbeitet. Manchmal fehlen nur wenige Bausteine oder die entsprechende Dokumentation bzw. Transparenz, um das Reisemanagement zu komplettieren oder optimieren.

Eine zentrale Bedeutung für die Einführung eines Reiserisikomanangements hat die Gefährdungsbeurteilung, die jedes Unternehmen für die eigene Reisesituation durchführen und immer wieder anpassen muss.    Aber auch diese immens wichtige Bewertung findet mitunter nur nebenbei statt und bleibt dabei unsystematisch und ohne Dokumentation.

Die Pandemie hat das Reiseumfeld um zahlreiche Anforderungen, beispielsweise in Bezug auf Tests, Impfnachweise, Schutzmaßnahmen bis hin zu Quarantänerisiken bzw. -anordnungen, zwar deutlich erweitert. Aber die Notwendigkeit, Reiserisiken gut zu managen ist nach wie vor dieselbe und hat sich nicht grundsätzlich verändert.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.